gepostet von Andreas Becker am 26. Juni 2009 in der Kategorie Webdesign, Webentwicklung
Flash Catalyst: so heißt die neue Software von Adobe, die schon seit einiger Zeit unter dem Codename “Thermo” in den Adobe Labs zu finden war und dort jetzt als Beta-Version zum Download bereitsteht.
Die Software ist ein Design-Tool, das es dem Designer erlaubt, schnell und intuitiv Interaktionsmöglichkeiten in ein Design einzuarbeiten. Der Designer muss dabei nicht eine einzige Zeile Code schreiben, sondern kann den aus Photoshop oder Illustrator importierten Dokumenten durch wenige Mausklicks die gewünschte Funktionalität verpassen.
Nach der Konzeption erstellt der Designer wie gewohnt seine Arbeiten in Photoshop oder Illustrator. Sobald dies erledigt ist, wird Flash Catalyst gestartet. Dort besteht die Möglichkeit, direkt eine .psd- oder .ai-Datei zu importieren. Das erstellte Design erscheint daraufhin pixelgenau auf der Zeichenfläche von Flash Catalyst. Dabei wird auch die Ebenestruktur aus Photoshop oder Illustrator exakt beibehalten.
Jetzt können verschiedene Elemente mit Interaktivität versehen werden. Zum Beispiel kann die Grafik eines Textfeldes mit wenigen Klicks in ein tatsächliches Textfeld umgewandelt werden oder Buttons können klickbar gemacht werden. In Flash Catalyst stehen einige grundlegende Werkzeuge zur Verfügung, die es erlauben, grafische Elemente direkt in Catalyst zu erstellen. So kann beispielsweise das Rechteckwerkzeug dazu benutzt werden, schnell einen Button oder einen Textbereich zu zeichnen und diesen dann mit Interaktivität zu versehen. Außerdem stehen vorgefertigte, bereits mit Funktionalität versehene Interaktionselemente zur Verfügung, die der Designer nach seinen Wünschen anpassen kann. Die meistverwendete Funktion wird aber wahrscheinlich die sein, dass Objekte, die aus dem ursprünglichen Photoshop-Design stammen, in interaktive Elemente umgewandelt werden.

Der interaktive Prototyp, der so aus dem ursprünglichen Design entstanden ist, kann jederzeit getestet werden. Das Catalyst-Projekt muss dafür einmal gestartet werden und es wird eine .swf-Datei erzeugt, die den Designer die Interaktionen testen lässt.
Catalyst erzeugt während der Arbeit im Hintergrund den entsprecheneden Flex-MXML-Code. Sobald das Interaktionsdesign abgeschlossen ist, kann der Designer das Projekt an den Entwickler weitergeben. Dieser öffnet das Catalyst-Projekt im Flash Builder (früher Flex Builder) und kann dort den bereits generierten Code um die eigentliche Programmlogik erweitern. Das Design wird dadurch nicht mehr verändert, sondern bleibt während des gesamten Prozesses genau so, wie der Designer es zu Beginn erstellt hat.
Der Designer kann dem Entwickler anhand des Interaktionsdesigns genau zeigen, wie er sich dies oder jenes vorgestellt hat. So muss der Entwickler weniger Rücksprache mit dem Designer halten.
Durch den verbesserten Workflow kann einiges an Zeit in der Überarbeitungsphase eingespart werden. Diese Zeit kann entweder dazu benutzt werden, das Projekt schneller zu beenden oder es könnte mehr Zeit in die Designphase investiert werden.
Durch die Möglichkeit, schnell Interaktivität ohne Programmierung zu Designs hinzuzufügen, kann dem Kunden schon früh ein Prototyp zur Verfügung gestellt werden, den er aufgrund des Flash-Exports selbst online ausprobieren kann. Dieser Vorteil kann auch genutzt werden, wenn die eigentliche Webanwendung später nicht flashbasiert laufen wird.
Flash Catalyst ist eine weitere interessante Entwicklung aus dem Hause Adobe und wird die Kommunikation zwischen Designern und Entwicklern von Flash-Webanwendungen sicherlich erheblich verbessern. Durch die Prototyp-Möglichkeit kann außerdem die Kommunikation mit dem Kunden verbessert werden.
Was denkt ihr? Wird Catalyst demnächst weit verbreitet sein? Wird es schon in Agenturen benutzt? Schreibt eure Meinung doch in den Kommentaren!
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